Lasso set incl. Booklet)
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PRODUKTBESCHREIBUNGEN
KURZBESCHREIBUNG
Sommer 2009. 2raumwohnung öffnen endlich wieder ihre Pforten, um frische Luft und Sonnenstrahlen hineinzulassen. Neue Stimulanz für Herz und Hirn. 2raumsongs eben. Am 31.07.2009 erscheint das sehnlichst erwartete neue Album „Lasso“, an das Inga Humpe und Tommi Eckart derzeit letzte Hand anlegen.
Was meinen die mit „Lasso“? Die Western-Fangschlaufe? Das Loslassen? Oder eine Hommage an Orlando di Lasso, den Popstar der Hochrenaissance? Falsch oder richtig? Ist nicht wichtig. 2raumwohnung haben die Entspanntheit wirklich weiser Menschen und die Nonchalance, welche Kindlichkeit in Style verwandelt. Ihre Musik hat sehr viel damit zu tun, dass sie sich verändern und dabei selbst treu bleiben. So haben sie mit „Lasso“ ganz unaufgeregt ein aufregendes Album geschaffen. Die erste Singleauskopplung „Wir Werden Sehen“ wird am 03.07.2009 erscheinen.
Die Popjournalistin Kerstin Grether schrieb einmal: „Es ist so eine Hitze und flirrende Freude und Bewegung und Direktheit in den Songs. Aber eine Direktheit, die nicht verschreckt, sondern auch ankommt beim Gegenüber.“ Nicht nur angekommen, tief verankert sind Songs wie „Besser geht‘s nicht“, „Ich und Elaine“, „Freie Liebe“, „36 Grad“ und natürlich „Wir trafen uns in einem Garten“, das im kollektiven Bewusstsein der hiesigen Popfans schon wie ein fest ans Herz gewachsener Klassiker anmutet.
Mittlerweile kann das im Jahr 2000 aus der Taufe gehobene Duo nahezu auf eine ganze Dekade zurückblicken — ein Jahrzehnt voller Erfolge und Euphorie, in dem die beiden Kreativpartner, die auf ihrem Label auch andere Künstler fördern, zur festen Größe in der deutschen Musikszene avanciert sind. Inga Humpe, die bereits Ende der Siebziger mit den Neonbabies deutsche Popgeschichte schrieb, und Tommi Eckart, der in den Neunzigern mit Andreas Dorau deutscher Popmusik den nötigen Pfiff gab, Dance-Projekte initiierte und immer wieder Soundtracks schreibt, leben in Berlin-Mitte und sind auch privat ein Paar. Das mag durchaus ein Teil ihres Erfolgsgeheimnisses sein. Ihre bisherigen fünf Alben gleichen fröhlichen Fahrten mit dem Autoscooter, wo man bei jedem neuen Song, bei jeder neuen Runde mit einem neuen Genre kollidiert. Berührungsängste kennt dieses Duo wahrlich nicht. Von Songwriterjuwelen bis zum Discoinferno, von Liebesschwelgerei bis Electro-Tüftelei reicht die stilistische Palette von 2raumwohnung, die weder Kitsch noch Kunst scheuen, wenn es gilt mit sinnlich intonierten Popsongs den Alltag zu veredeln.
Seit ihrem ersten, längst vergoldeten Album „Kommt zusammen“ war noch jedes weitere Werk ein sicherer Top-Ten-Kandidat, von „In wirklich“ (2002) über „Es wird Morgen“ (2004) und „Melancholisch schön“ bis „36 Grad“ (2007). Zwei Dance-Awards sprechen Bände über die Dynamik ihrer Musik, die in Remix-Versionen von Cracks wie Paul van Dyk, Ricardo Villalobos oder Westbam die Dancefloors bersten lassen. Auch als Liveband haben sich 2raumwohnung glänzend bewährt. Neben der guten Laune und gewitzten Grooves, mit denen das Duo und seine Begleitband auf Tourneen und Festivals deutschsprachige Fans zum Wippen und Wogen bringen, haben sie die vergnüglichen Sternschnuppen aus ihrem Popkosmos auch schon bei Gastspielen in China und Japan, Spanien und Russland unters Volks gebracht. Auch jetzt heißt es wieder: mit femininem Charme und maskulinem Drive auf in den Sommer. Pop-Sense-and-Sensibility 2009. Das 2raumglückshormon.
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Was meinen die mit „Lasso“? Die Western-Fangschlaufe? Das Loslassen? Oder eine Hommage an Orlando di Lasso, den Popstar der Hochrenaissance? Falsch oder richtig? Ist nicht wichtig. 2raumwohnung haben die Entspanntheit wirklich weiser Menschen und die Nonchalance, welche Kindlichkeit in Style verwandelt. Ihre Musik hat sehr viel damit zu tun, dass sie sich verändern und dabei selbst treu bleiben. So haben sie mit „Lasso“ ganz unaufgeregt ein aufregendes Independent-Album geschaffen. Eine kleine Naturgewalt im Großstadtdschungel.
Der Sound ist noch urbaner geworden, mit viel Trommel-Voodoo, opaken Riffs und Ausflügen in den Space-Rock. „70er Jahre futuristisch“, schlägt Tommi Eckart als Einordnung vor. Warum die 70er? „Das waren für uns die ersten Erfahrungen mit Musik. Eine unheimlich faszinierende Zeit, musikalisch sehr frei und wild.“ That Old Devil Called Music hat seitdem zwei neue Anbeter. Irgendwann sind Inga Humpe und Tommi Eckart der Musik restlos verfallen. Freizeit und Arbeit gehen zwangsläufig ineinander über, wenn man immer von ihr umgeben ist. Selbst in der Stille ist es der Gedanke an die Musik. Für Musikjunkies ist Musik das große Ja zur Welt. Sie hängen an der Nadel des Plattenspielers oder schürfen wie Grubenarbeiter in Tonnen von Schutt, um eine winzige schimmernde Unze zu Tage zu bringen. Einen Akkord, der die Wirklichkeit segnet.
Wer in „Lasso" nach einem roten Faden sucht, wird wohl eher eine Essenz finden, eine uralte kindliche Wildheit. Das Staunen über die Farben des Lebens. Die Rhythmusgitarre, die sich durch alles zieht. Weit entfernt vom Ringen um schmetternden Pop oder coole Tristesse, glänzen die Lieder durch perfektes Timing und unwiderstehliche Melodien. Gleichzeitig sind sie manchmal ein bisschen irre. „Man muss ja ehrlich bleiben.“, kommentiert Inga Humpe, die übrigens nie besser gesungen hat als auf diesem Album. Ihre Stimme ist reich, klar und voller Sommer.
Ein Stück wie „Mosaik“ könnte von keiner anderen Formation stammen: Es „singt sich ganz wie von allein“ mit trügerischer Lässigkeit, viel Groove, hübschen Sounds und Da-da-da. Dabei stellt der Text ganz ungeniert komplizierte philosophische Fragen. Diese leicht irritierende Kombination zieht uns in einen typischen 2raumwohnung-Sog, in dem wir dankbar die Authentizität dieser Musik anerkennen. „Wir sind eigentlich nur die Ausführenden, die auf Empfang gehen. Wenn man sich darauf einlässt, diese Kanäle wahrzunehmen, entsteht die Musik ganz von selbst, hat ein eigenes Universum. Sie nimmt keine Rücksicht auf unsere Pläne.“
>p>Très francais, à la Nouvelle Vague und überaus raffiniert präsentiert sich „Was ist das?“, ein Stück, mit viel Strömung, eleganten Tiefen und Untiefen. Die Gesangsstimme ist lyrisch und erschöpft. „Das passte zu dem Lied“, erklärt Humpe. „Wir haben lange rumprobiert. Perfekt gesungen hatte es weniger Kraft.“ In der zum Verneigen schönen Ballade „Wenn du bei mir liegst“ grüßt ein alter Meister. Der Song schien zunächst unsingbar und hat Inga Humpe schlaflose Nächte gekostet. Beim Besuch des Leonard Cohen Konzerts in Berlin kam die Inspiration. „Ich habe das ganze Stück nochmal auseinandergenommen und gesanglich komplett neu erfunden. Erst nach dem Erleben von Cohen konnte ich das singen.“
Ganz anders und auf seine Weise eine Provokation: „Angel of Germany“. Das Portrait einer Sängerin, die es nach Amerika verschlagen hat. In irgendeinem Kaff im Mittelwesten arbeitet sie als Stripperin und erzählt durchaus desinteressierten Gästen davon, dass sie der „Angel of Germany“ sei. 2raumwohnung streifen hier die Musikrichtung der Volksmusik und es ist ihr großes Verdienst, dass sie sich nicht darüber erheben, sondern ironiefrei erzählen, liebevoll und gerade dadurch sehr modern. So viel Milde lässt nicht jeder Song walten. Schwingt in „Body is Boss" ein ironisches Lächeln mit? Ist das die neue Hymne für Fitnesscenter, Nacktbadezonen, Cabriorückbänke und Schaumparties? Oder das Portrait eines Menschen, der sich und seine Körperwelt sehr, sehr ernst nimmt? Hedonismus kann ein verdammt harter Job sein. 2Raumwohnung verwandeln dieses Gefühl in Herzpochen, Up-Tempo, Discofest, Überbelichtung; und in eine gleißende Schraube durch den Dancefloor mitten ins Herz. Der Himmel auf Erden für Musikjunkies.
Ein weiterer neuer Akzent, der uns auffällt, ist eine Düsternis, welche nichts Modisches hat, sondern zum letzten großen Witz einlädt - zum Tanz um brennende Ölfässer. „Der letzte Abend auf der Welt“ feiert einen Abschied mit Pauken und Trompeten, feiert Erwachsene und Kinder, alle sind draußen in den Straßenschluchten, johlen und machen Feuer. Dieses Stück ist so ruckelig, polternd und mitreißend, wie man 2raumwohnung tatsächlich noch nie gehört hat. Herrlich offene Gitarren schaffen Freiräume, „da vorne kommt ein Sturm“, und schon sind wir in einem Rausch den wir am nächsten Morgen nicht bereuen. „Rette mich später“, ist ein Stück, das alle Vernunft der Welt auf den Teppich bringt. Und dieser Teppich fliegt.
„Ich will überall rein“ brüllt ein Stück, dessen punkige Freiheit glücklich macht. Eine kleine Naturgewalt. Tolle Wechselspiele von Stimme und Instrumenten, Stille und Stein, Drehen und Durchdrehen. Man kann das Chaos nicht vermeiden. Ständiges Taumeln ist Alltag. Dauernd werden die Werte debattiert, das nimmt überhaupt kein Ende. Nützt gar nichts, sich einen neuen Hut als Neo-Bürger aufzusetzen. Und bei Liebe muss man vorsichtig sein, denn das Wort haben die Agenturen übernommen. Wo ist der Boden, wohin geht's, bitte nicht nach unten, ständig sind wir ängstlich. Jetzt, wo der Pop schon lange tot ist, kann man die Ohren wieder langsam aufmachen und an das Wünschen glauben: „Wir werden sehen, wir werden sehen". Unbeugsame, selbstbewusste Berliner Moderne.
Inga Humpe und Tommi Eckart, haben „Lasso" mit ihrem eigenen Label „It Sounds" produziert: „Unser einziges Kriterium, war, dass wir etwas spüren.“ Diese für sich selbst beschworene Wahrhaftigkeit erstreckt sich auch auf die Covergestaltung oder die Konzerte von 2raumwohnung. So werden wir Zeuge von etwas sehr Intimem. „Ich fühle mich wie ein Reptil, das die Sonne des Albums auf der Schlangenhaut spürt“, so Inga Humpe über die Zeit zwischen Fertigstellung und Veröffentlichung. Aber das ist vielleicht das Besondere an den beiden. Sie tragen keine fremden Federn. Sie meinen alles ernst, was sie sagen, auch wenn es unernst klingt und sie zeigen das, was die wenigsten zeigen wollen: sich selbst.
MOTOR.DE
Lasso, ein Album mit gewohnt gefälligen Popsongs, aber ohne Highlights.
Am Freitag erscheint das fünfte Studioalbum des Berliner Pop-Duos 2Raumwohnung (das Remix-Album „Melancholisch Schön“ nicht mitgezählt). Vom Großstadt-Dschungel-Sound, den die Band verspricht, findet sich darauf allerdings wenig. Stattdessen bleiben Inga Humpe und Tommi Eckart ihrer Linie treu. Das heißt: gefällige, radiotaugliche Popsongs mit mal mehr, mal weniger Elektro-Einschlag. In der Grundtendenz bleibt „Lasso“ daher eher langweilig.
Die interessantesten Songs sind die, die ruhig gehalten wurden. „Mosaik“ beispielsweise ist eine vom BossaNova inspirierte Popballade. Inga Humpes Stimme, begleitet von Akustik-Gitarre und leisem Bass, passt sich hier hervorragend ein. Ebenso verhält es sich mit dem sanften „Was ist das“, das mit seiner Synthie-Untermalung an Airs „Moon Safari“ erinnert. Für rockigere Songs, wie "Überall rein" ist Humpes Stimme dagegen einfach nicht stark genug.
Von den, seitens der Band zuvor angepriesenen, neuen Trommelgrooves findet man überraschend wenig auf „Lasso“. Noch der erste Song entspricht dieser Vorgabe am meisten. Mit seinem treibenden Rhythmus weckt er Erwartungen an den Rest des Albums, die jedoch nicht erfüllt werden. Viele Songs eignen sich zwar wunderbar für die nächste Lätta-Werbung, sind aber im Gesamtkonzept des Albums und der Band 2Raumwohnung kaum erwähnenswert. Man setzt auf die bekannte Mischung aus sanftem „Lala“-Pop und elektronischen Elementen. Weit aus dem Fenster gelehnt, hat sich das Duo dagegen beim letzten Song „Angel Of Germany“, das mit Zither-Klängen in Alpenmusik-Manier von einer Stripperin handelt. Florian Silbereisen lässt grüßen. Das kann man natürlich auch unter experimenteller Musik verstehen. Fragt sich nur, ob die Hörer für so viel Experiment schon bereit sind.
Textlich bewegen sich Humpe und Eckart nicht weit weg von ihren Lieblingsthemen „zwischenmenschliche Beziehungen“ und „Sag ja zum Leben“. Auch hier könnte mehr Variation nicht schaden. Der nachdenkliche und leicht düstere Song „Alles aus“ beispielsweise streift ernste Themen, wie Gewalt und Krieg, belässt es jedoch bei der bloßen Nennung. Sicherlich muss nicht jede Band stets nur Probleme wälzen, ein Gegengewicht zum zuckersüßen „Alles ist so schön“-Gesinge wäre allerdings eine willkommene Abwechslung.
So überwiegen auf „Lasso“ leichtfüßige Sommerpopsongs, die man sich schon mal anhören kann. Wer allerdings etwas Neues von 2Raumwohnung erwartet hat, der wird leider enttäuscht werden.
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