Only Lovers Left Alive
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Release Date: 27/06/2014
PRODUKTBESCHREIBUNGEN
PRODUKTBESCHREIBUNG
Der Undergroundmusiker Adam (Tom Hiddleston) versteckt sich in einer heruntergekommenen Villa in Detroit vor den Zumutungen der modernen Welt, während seine große Liebe Eve (Tilda Swinton) tausende Kilometer entfernt Zuflucht in der romantischen Kasbah von Tanger gefunden hat. Als sie spürt, dass ihr lebensmüder Gefährte seiner Unsterblichkeit ein Ende setzen will, macht sie sich sofort auf den Weg zu ihm. Die Liebe von Adam und Eve hat schon Jahrhunderte überdauert, aber ihr ausschweifendes Idyll wird jäh zerstört von Eves wilder Schwester Ava (Mia Wasikowska). Können diese klugen und sensiblen Außenseiter überleben, obwohl die moderne Welt, die sie umgibt, gerade zusammenbricht?
MOVIEMAN.DE
REVIEW: Only Lovers Left Alive, das neueste Werk von Independent-Filmemacher Jim Jarmusch (Night On Earth, Dead Man, Ghost Dog), ist vielleicht das zugänglichste und witzigste seiner gesamten Karriere. Der Spaß beginnt bereits bei der Wahl der eher germanisch anmutenden Schrift auf dem Plakat und für die Credits, womit Jarmusch schon einmal die ersten Lacher einfährt.Jarmusch nimmt sich dem fast schon ausgelutschten Thema Vampire an und erschafft damit etwas völlig Neues. Wer hier auf erotisch-verführerische Blutsaugorgien, vor Kreuz und Knoblauch zurückschreckende Raffzähne oder wenigstens auf glitzernde Körper im Sonnenlicht hofft, ist fehl am Platz. Jarmuschs Geschichte ist eine Geschichte über Fluch oder Segender Unsterblichkeit und darüber, wie eine tiefe Liebe die Jahrhunderte überlebt und damit man sich dieser Themen annehmen kann, sind die beiden Protagonisten Adam und Eve eben Vampire.Tom Hiddleston (Marvels The Avengers), scheinbar jedermanns liebster Schauspieler im Moment und das zu Recht , ist ein melancholisches Wesen, unglaublich intelligent und kreativ, gebildet und musikalisch. Eine Art depressiver Hipster-Rockstar, der droht, an seinem langen Leben und dem Anblick, wie die Menschheit die Erde zugrunde richtet, zu zerbrechen. Nicht umsonst lebt er in Detroit, einer Stadt, die im Sterben liegt.Eve dagegen, gespielt von Tilda Swinton (Michael Clayton), genießt das Leben und die Unsterblichkeit. Sie hält sich in Tanger auf und verbringt viel Zeit mit dem Dichter Kit Marlowe (John Hurt Dame König As Spion), der ebenfalls ein Vampir ist und natürlich der wahre Autor hinter Shakespeares Werken. Mit Adam, mit dem sie verheiratet ist, führt sie momentan eine Fernbeziehung, doch als sie spürt, wie sprichwörtlich (un)lebensmüde er ist, macht sie sich auf den Weg nach Detroit.Wenn die beiden Schauspieler dann aufeinander treffen, fährt der Film sogar noch ein paar Punkte mehr ein, denn die Chemie stimmt zwischen den beiden Akteuren und man nimmt ihnen das ewige Liebespaar, das sich in- und auswendig kennt, in jeder Sekunde ab. Und es gibt auch romantische und sogar leicht erotische Szenen: poetische Bilder von schönen Körpern mit blasser Haut, die kunstvoll ineinander verschlungen sind. Und die Hiddlestoners wird es freuen, dass Hiddleston über weite Strecken mit freiem Oberkörper zu sehen ist & was durchaus keine unangenehme Aussicht ist.Auch die Blutbeschaffung hat Jarmusch clever gelöst, denn schon lange saugen zivilisierte Vampire keine Menschen mehr aus, allerdings nicht, weil sie so große Menschenfreunde sind, sondern weil sie sich vor kontaminiertem, ungesundem Blut fürchten, das für sie selbst im schlimmsten Fall tatsächlich zum Tod führen kann. Deshalb besorgen sie sich 1A-Lebenssaft, das gute Zeug, von bestochenen Ärzten oder haben Deals mit Angestellten in Krankenhäusern.Das Drehbuch von Only Lovers ist intelligent, unterhaltsam und gespickt mit zahlreichen offensichtlichen und auch versteckten Anspielungen auf Literatur, Poesie, Schriftsteller, Kunst, Film, Botanik, Musik und Wissenschaft und kann sogar ganz am Ende noch einmal augenzwinkernd überraschen.Abgesehen von dem tollen Drehbuch und den großartigen Schauspielern ist der Film aber auch in anderer Hinsicht ein Kunstwerk: Die atmosphärischen Bilder von Kameramann Yorick Le Saux (Swimming Pool, I Am Love) verbinden sich meisterhaft mit dem schönen Kostüm- und Produktionsdesign, der grandiosen Ausstattung und der Musik des Niederländers Jozef van Wissem und Jarmuschs eigener Band Sqürl. Fazit: Jim Jarmuschs neuestes Werk ist ein unterhaltsames, atmosphärisches, witziges Stück Independent-Kino mit den wunderbaren Hauptdarstellern Tom Hiddleston und Tilda Swinton, zwischen denen eine fast greifbare Chemie herrscht. Wunderschön komponierte Bilder, unterlegt mit avantgardistischer Musik, und eine tolle Ausstattung unterstützen das exzellente Drehbuch. Wer die zahlreichen Anspielungen auf Musik, Film und Literatur erkennt und versteht, wird sogar noch ein wenig mehrSpaß haben.
Moviemans Kommentar zur DVD: Auffällig ist die deutliche Kontrastarmut (38.20), die jedes Aufkommen von Plastizität verhindert. Überdies werden Kamerabewegungen mit momentaner Unschärfe quittiert (01.29.50). In statischen Einstellungen zeigt sich allerdings eine gesunde Tiefenschärfe, die auch der recht hohen Rauschfreiheit zu verdanken ist. Die Farbsättigung ist durchschnittlich und hat so ihre Probleme mit den überwiegend dunklen, nächtlichen Szenen. Die akustische Seite der Disc ist ebenfalls kein Aushängeschild. Die Stimmen klingen seltsam hohl und hallig (00.52.50), die Musik wird nur gelinde in räumliche Dimensionen gesetzt (00.05.20) und bleibt somit eher bläßlich. Die Ambienz ist sehr zurückhaltend gestaltet und wirkt so kaum atmosphärisch. In der englischen Version sind die Stimmen sauberer und besser voluminiert. Besondere Würdigung verdient der Aufwand für die Tonspur für Blinde. Es gibt darüber hinaus noch über 25 Minuten Extraszenen, bzw. verlängerte Szenen, die allerdings einfach so hintereinander ablaufen. Eine kurze Erklärung, worum es geht, bzw. wo im Film diese angesiedelt sein sollte, könnte hilfreich sein. Das Musikvideo "Hal" zum Film ist nett. www.movieman.de