Requiem A Roma
Gloria Bruni
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PRODUKTBESCHREIBUNGEN
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Audio CD Die CD kann fehlerfrei wiedergegeben werden, weist jedoch minimale Gebrauchsspuren auf. Die Hülle kann leichte Kratzer aufweisen, ist aber unbeschädigt, das Original-Booklet ist in einem guten Zustand.
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Nicht nur der Papst ist in schlechtem Zustand, sondern offensichtlich auch sein Domkapellmeister; anders ist nicht erklärlich, warum die Komponistin Gloria Bruni das Placet für eine Aufführung zweier Teile ihres Requiem a Roma im Audienzsaal des Papstes erlangt hat. Nicht nur das Kirchenoberhaupt selbst, sondern auch Staatsmänner aus ganz Europa sollen diese Musik im November 2000 erduldet haben. Das gesamte Werk erklang dann glücklicherweise erst tags darauf in der römischen Kirche St. Ignatius. Die vorliegende CD ist der Mitschnitt dieses Ereignisses.
Gloria Bruni, die nach eigenem Bekunden Komposition und Gesang studiert hat, ferner aber auch als Geigerin immerhin unter Jürgen Jürgens und Otmar Suitner wirkte, bezeichnet im Beiheft mit gesunder Intuition, aber wohl ohne genauere Kenntnisse der lateinischen Sprache ihr Werk als "Circulus vitiosus", als "mangelhaften" bzw. "fehlerhaften Zirkel". Wo soll man beginnen? Der lateinische Requiem-Text, eigenartigerweise mit separat an den Schluss gestellter Sequenz, erfährt eine zusammenhanglose, teilweise groteske Vertonung mit viel Getrommel und einfallslosen melodischen Elementen. Ganze Abschnitte des Textes werden sparsamerweise nur auf einem Ton skandiert, andere wiederum sinnlos auseinander gerissen. So heißt es am Anfang des Benedictus beispielsweise zweimal "Benedictus qui venit in nomine", also "Gebenedeit sei der da kommt im Namen", und erst beim dritten Anlauf wird das unverzichtbare ".Domini", ".des Herrn" mitgeliefert. Darüber hinaus machen sowohl der Basssolist als auch die Komponistin, die ihre Stimme ebenfalls in den Dienst ihres Werkes stellt, Text- und Betonungsfehler, die es fraglich erscheinen lassen, ob hier irgendjemand wirklich weiß, wovon er singt.
Gloria Bruni zelebriert ihre eindeutig auf den Effekt hin angelegten Sopran-Solostellen, die sie sich selbst komponiert hat, mit viel Gefühl und Pathos, aber gesangstechnisch weit gehend vollkommen indiskutabel. Der polnische Knaben- und Männerchor aus Poznan ist der absurden Partitur hörbar nicht gewachsen, selten einmal ist wirklich etwas zusammen. Gloria Bruni, die als ihren Kompositionslehrer immerhin Diether de la Motte angibt, war scheinbar nicht einmal in der Lage, ihr Oeuvre selbst zu instrumentieren, denn für diesen Teil der Kompositionsarbeit zeichnet laut Beiheft ein gewisser Lauro Ferrarini verantwortlich. Um es kurz zu machen: Alle Beteiligten vom Domkapellmeister in St. Peter bis zum verantwortlichen Arte-Nova-Produzenten müssen Opfer einer geheimen Verschwörung oder der möglicherweise unwiderstehlichen Selbstvermarktungsfähigkeit von Frau Bruni geworden sein -- anders ist diese Produktion nicht zu erklären. --Michael Wersin