The Director
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PRODUKTBESCHREIBUNGEN
KURZBESCHREIBUNG
Fritz Reiner gilt nach wie vor als einer der größten Perfektionisten am Dirigentenpult. Der 1888 in Budapest geborene Musiker übernahm 1953 auf den Höhepunkt seiner erfolgreichen Karriere die Leitung des Chicago Symphony Orchestra, mit dem er in dem knappen Jahrzehnt des gemeinsamen Musizierens geradezu eins wurde - und das Orchester mit ihm. Die in der Reihe "Artist of the Century" neu vorgelegte Doppel-CD mit einigen der wichtigsten Einspielungen dieser ebenso außergewöhnlichen wie kongenialen Zusammenarbeit trägt deshalb nicht von ungefähr den Titel The Director
Kernstücke des sinfonischen Repertoire von Haydn, Beethoven, Wagner und Richard Strauss sind hier ebenso vertreten, wie Orchesterwerke von Rossini, Weber, Liszt, Ravel und dem "Walzerkönig" Johann Strauß - und natürlich die "Ungarischen Skizzen" von Fritz Reiners Landsmann und Lehrer Béla Bartók, mit dem ihn zeitlebens eine enge Freundschaft verband.
Annähernd zweieinhalb Stunden Musik dokumentieren eine der entscheidendsten künstlerischen Zusammenarbeiten des 20. Jahrhunderts: The Director Fritz Reiner und sein Chicago Symphony Orchestra.
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Sie haben es sicher nicht immer leicht mit ihm gehabt, die Musiker "seines" Chicago Symphony Orchestra: Der 1888 in Budapest geborene und 1922 in die USA emigrierte Dirigent Fritz Reiner brachte den berühmten Chicagoer Klangkörper und viele andere Orchester mit eisernem Willen und herrischer Attitüde zu äußerster Präzision und Brillanz. Rudolf Bing, Intendant der New-Yorker Met, bemerkt in seinen Memoiren lapidar, Reiner sei "kein fröhlicher" und auch "kein enthusiastischer" Mensch gewesen. Eine spannungsreiche Neuinszenierung der Strauß'schen "Fledermaus", bei der Bing auf Reiners ungarische Herkunft gebaut hatte, offenbarte des letzteren Sturheit und schließlich, nach seiner Absetzung von dem Projekt, auch seinen schrankenlosen Zorn.
An Bings Probleme mit Reiner muss man denken, wenn man den Strauß'schen "Kaiserwalzer" in der vorliegenden Porträt-Doppelbox hört: Mit eindrucksvoller Genauigkeit, aber auch ein wenig martialisch ertönt das beliebte Stück unter Reiners Leitung -- was etwas zu kurz kommt, ist der Wiener Charme und die spezifische rhythmische Schlampigkeit des "Hum-ta-ta", von der diese Musik eigentlich lebt.
Faszinierend sind hingegen Beethovens siebte Sinfonie und Haydns 88zigstes Werk derselben Gattung, beide geradezu Lehrstücke an orchestraler Spritzigkeit und klanglicher Transparenz bei äußerst sportlichen Tempi der Ecksätze. Nicht umsonst beginnt die Sammlung mit Rossinis Ouvertüre zu seiner Oper "La Gazza Ladra": Musikalisch nicht besonders aufregend, dafür aber ungemein virtuos kommen hier dieselben Aspekte der Klangkörper-Kultur zum Tragen.
Eine ganz andere Welt wird hörbar in den "Ungarischen Skizzen" Béla Bartóks: Unter Reiners gestaltenden Händen werden die Miniaturen seines ungarischen Freundes und einstigen Lehrers zum eindrucksvollen Erlebnis. Dazu tragen neben dem orchestererziehenden Wirken des Dirigenten allerdings auch die Leistungen der Tontechniker bei, welche die zwischen 1955 und 1960 entstandenen Einspielungen in dem damals neuen Stereo-Verfahren aufnahmen. Der Hörer erlebt also nicht nur die Dokumente der meilensteinartigen Arbeit eines großen Dirigenten, sondern auch die ersten Produkte einer tontechnischen Revolution. Neben den genannten Stücken runden Werke von Wagner, Strauss, Liszt, Weber und Ravel das künstlerische Porträt eines ausgesprochen vielseitigen Dirigenten ab. --Michael Wersin.