The Red
Phillip Boa & the Voodooclub
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"Nun werden bestimmt einige Leute behaupten, ich wolle mir mit The Red Street Credibility erkaufen, was totaler Quatsch ist. Ich habe die Credibility in Deutschland doch erfunden!" Mit diesen Worten macht Phillip Boa klar, dass sein neues Album nicht aus Kalkül entstanden, sondern ein bewusster Schritt zurück ist. Boa hat sich immer als Indie-Musiker verstanden, der "seinen Weg verlassen hat und doch an einem Punkt angelangt war, wo er nicht weiter konnte. Hätte ich auch noch einen Song wie Blumfeld mit "Tausend Tränen tief" geschrieben, wäre meine Karriere beendet gewesen". Der Titel The Red muss auch als eine politische Äußerung des Ruhrpott-Mannes verstanden werden, der sich mit Leuten zusammengetan hat, die auf den ersten Blick nicht zu ihm passen. Olaf Opal, der Miles, Readymade, Liquido, aber auch The Notwist produzierte, kennt Boa noch aus Zeiten, als dieser eng mit dem Gitarren-Indie-Label Big Store verbunden war. Schneider TM war ein Hip Young Thing und wäre fast auf Boas Constrictor-Label gelandet, und Tobias Kuhn von Miles "ging in einige meiner Konzerte, denn irgendwie fand mich mal jeder in einer bestimmten Phase gut". Nachdem Boa von seiner alten Firma Polydor (heute Universal) "entsorgt wurde", traf er sich mit Olaf Opal und der meinte unmissverständlich: "Vergiss deine ganze alte Posse, deine letzten Platten waren schlecht. Wir leben uns nun richtig aus und geben ein Statement ab."
Der Elektronik-Opener von Schneider TM führt kurz auf eine falsche Fährte, denn danach wird gerockt. Kompromisslos beißt sich die Gitarre in "When I'm Bored" fest und der funky Bass "To The Saints" klingt wie eine Hommage an die großen Gang Of Four. "Eugene" wäre eine eigene Geschichte wert. Es erinnert stark an den Schluss von "God Save The Queen" der Sex Pistols. "Wegen dieses Stückes kaufte ich mir eine Gitarre und zitierte es noch einmal für mich persönlich. Dass dieses Stück die Singleauskopplung in zwei Teilen mit Remixen von Schneider TM, Notwist, Kreidler oder Turner wurde, ist fast schon ein Witz. Ich glaube, ich fliege auch bei meiner neuen Plattenfirma wieder raus!", so Boa über diesen Titel. Doch das Indie-Urgestein kann auch andere Wege einschlagen und so dominieren elektronische Beats und Sounds auf "Sandy Lee" und "Black Tiger" beschert alte Gitarrenschrammel-Zeiten. Das war damals in den Achtzigern, als jeder Undergroundhörer mit C 86 eine Haltung verband und Bands wie The Jesus And Mary Chain noch Helden waren. Phillip Boa besinnt sich auf seine Ursprünge und blickt dabei gerade nach vorne. Niemand muss dieses Album mögen, Respekt verdient es allemal! --Sven Niechziol