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French Arias

Orchestra of the Royal Opera House
Barcode 0724355701220
CD

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Label: EMI Classics (EMI)
Number of Discs: 1

PRODUKTBESCHREIBUNGEN
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Kaum ein Liebhaber des romantischen Operngesangs kann sich wohl der Faszination strahlender Spitzentöne einer metallischen, gut geführten Tenorstimme entziehen; das "hohe C" gehört nach wie vor zu den atemberaubenden Momenten vieler Opernaufführungen, und wenn ein Tenor hier versagt, wird ihm das nur schwer verziehen. Allerdings erfreuten sich solche körperlichen Höchstleistungen nicht immer der unumschränkten Beliebtheit, die sie heute genießen: Als es um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Frankreich zur Mode unter den Tenören wurde, die hohe Lage nicht mehr in der Tradition des "Haute Contre" sehr kopfig zu bilden, sondern in starkem Maße das Brustregister einzusetzen, gab es durchaus auch kritische Stimmen, die die neue Sensation als Geschmacklosigkeit geißelten.

Aus dem Zeitalter dieser folgenreichen gesangstechnischen Umstellung stammt das Repertoire des vorliegenden Rezitals, und Roberto Alagna wählte sowohl ältere, teilweise noch der klassischen Periode zugehörige Opernarien von Cherubini, Méhul oder gar Grétry als auch romantische Stücke von Saint-Saens, Lalo oder Gounod aus, ohne dabei dem stilistischen Unterschied gesangstechnisch zu entsprechen: Er geht auch das frühere Repertoire größtenteils mit sehr dramatisch-kraftvollem Duktus an.

In ihrer Vorliebe für eine extreme Tessitura scheinen sich die französischen Opernkomponisten einig gewesen zu sein. Fast keinem der Stücke bietet Alagna Gelegenheit, sich stimmlich zu entspannen, und darin liegt eines der Probleme dieser CD: Gewisse Rauheiten und Intonationstrübungen schmälern den Genuss ebenso wie eine eigenartige Unstetigkeit des Ansatzes, die einige der Stücke trotz aller punktuellen Glanzlichter ein wenig zerfallen lässt. Auch gehen mitunter Feinheiten des Ausdrucks verloren, wie ein stichprobenartiger Vergleich zeigt: Für sich genommen meistert Alagna "Anges du paradis" aus Gounods Mireille sicher sehr ordentlich, aber einem Vergleich mit Nicolai Geddas Version von 1954 kann er nicht standhalten. Nicht anders verhält es sich mit der höllisch schweren Romanze des Nadir aus Bizets Perlenfischern: Auch hier ist Gedda technisch und damit gleichermaßen gestalterisch um Meilen voraus. Insgesamt entwickelt sich daher ein sehr gemischtes Gesamtbild der CD. Neben brillanten Nummern wie dem finalen "Le jour tombe, la nuit va bercer les grands chênes" aus der vergessenen Oper "L'Attaque du moulin" von Alfred Bruneau gibt es auch viel Halb- oder Unbefriedigendes zu hören. --Michael Wersin