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Kid a

Radiohead
Barcode 0724352775323
CD

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Genre: Rock
Label: EMI
Number of Discs: 1

PRODUKTBESCHREIBUNGEN
PRODUKTBESCHREIBUNGEN
2000 release, the fourth album from the groundbreaking British Alt-Rock group. A commercial success worldwide, Kid A went platinum in its first week of release in the UK. Despite the lack of an official single or music video as publicity, Kid A became the first Radiohead release to debut at #1 in the United States. This success was credited variously to a unique marketing campaign, the early Internet leak of the album, and anticipation after the bands 1997 album, OK Computer.

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Bei jeder Platte riskiert Radiohead Sprünge von immer höheren und noch höheren Klippen, was ihre Fans dazu antreibt, tief einzutauchen in ihre künstlerisch waghalsig verwegenen Bravourstücke. Die Reise von dem damaligen krächzenden Gitarrenstück als Ausdruck urwüchsiger Angst bei "Creep" (aus dem 1993 erschienenen Pablo Honey) bis hin zu einem der Songs auf Kid A wird zu einem Drahtseilakt, an den sich nur wenige -- wenn überhaupt irgendeine -- der Bands der Popmusikszene jemals herangewagt haben. Es fällt einem schon schwer zu glauben, dass beide Platten vom selben Planeten stammen, erst recht von der gleichen Band. Ebenso ist der grandiose, an Pink Floyd erinnernde Themenumfang des außergewöhnlichen OK Computer (1997) nirgendwo mehr zu finden. Ruhig und gelassen und weniger auf Konfrontation ausgerichtet kommt die Eröffnung ohne bombastische Effekte, und bei "Everything In Its Right Place" wird Spannung aufgebaut mit gespenstischen Stimmen aus dem Hintergrund, einem trocken pulsierenden Rhythmus und einem verschwommenen Orgelmotiv. Diese Spannung begegnet einem immer wieder bei Kid A. Bei "How To Disappear Completely" setzt sich das angespannte, atonale, anschwellende Keyboardspiel im Hintergrund deutlich ab von Thom Yorkes klagender Stimme, und bei "Idioteque" verstärken die unorganischen Rhythmen bei der bedrückenden Ziellosigkeit dieser Melodie deren nervenaufreibende Wirkung. Überall erkundet Radiohead furchtlos Dissonanzen und neue Strukturen, verbindet dabei verzerrte Klanglandschaften, in denen anscheinend Brian Eno auf Aphex Twin trifft, mit dem Gefühl extremen Unbehagens in der sie umgebenden Welt. Sie mögen zwar manchmal über das Ziel hinaus schießen und ihr künstlerischer Ehrgeiz mag sie daran hindern, uns die himmlischen Werke unserer Arena-Rock-Götter zu liefern. Aber ihr Engagement in Richtung ruhelose Kreativität bringt ein Vergnügen, das sich nicht so schnell verflüchtigt, sondern nach mehrfachem Hören in einem immer noch nachklingt.

Wenn OK Computer das Unbehagen zur Jahrtausendwende in der Rockmusik war, dann ist Kid A genau das Gegenteil; es ist die erste Platte des 21. Jahrhunderts, die nach Zukunft klingt und sich überhaupt nicht mehr darum schert, was dieser ganze Millennium-Zauber eigentlich sollte, sondern sich mehr darum kümmert, was wir jetzt alle zu tun haben. --Matthew Cooke



REZENSION
"Everything In Its Right Place" heißt der Auftakter, dessen Refrain sich wie das Motto zur Platte liest. Radiohead klingen hörbar gelöst, beinahe scheint es, als ob sie während der Aufnahmen ein paar Zentimenter über dem Boden geschwebt wären, so leichtfüßig kommt "Kid A" daher. Alles fließt quirlig durcheinander, statt schwerer Beats und Gitarren flirren Sounds durch den Äther, die wie eine von weit her gewehte Orchesterprobe klingen. Gesang und Instrumente umspielen einander elfenhaft. Die Musik gehorcht hier den Gesetzen eines möglichst transparenten Sounds, klang- und modulationsverliebt, ohne allzu großen Wert auf herkömmliche Songstrukturen zu legen. Nur eine Nummer, "The National Anthem", klingt noch pompös und dicht komponiert, ist mit aufwallendem BigBand-Freejazz im Sun Ra-Stil aber auch alles andere als konventionell geraten. Aber "Kid A", die Radiohead-Platte, die so weit draußen ist wie keine andere bisher, läßt sich mit Fragen nach Konventionen allemal nicht fassen. Ein Großteil dessen, was hier musikalisch passiert, stößt erst einmal dank kühner Mischungen beim Hören vor den Kopf. Zwischen Drum'n'Bass-Rhythmen, nachbearbeiteten, verfremdeten und überlagerten Gesangsspuren und sinfonischen Keyboard-Sounds findet "Kid A" nicht mehr zu einem Stil, sondern wirbelt Stile zu einer möglichst effektvollen Klangsuppe zusammen. Späte Talk Talk kommen da in den Sinn und auch Tim Buckley zur "Lorca"-Phase, all das jedoch mit einem gehörigen Pathos versehen, das für einige Momente ganz stark nach Led Zeppelins "Houses Of The Holy" klingt. Radiohead haben das technische und stilistische Repertoire unserer Zeit genutzt, um eine Artrock-, nein Artpop-Platte auf höchstem Niveau einzuspielen. Absolut eklektizistisch und überdreht lassen sie nichts aus, was zur Effektsteigerung dienen kann. Und so endet "Kid A" wie einst das Weiße Album der Beatles mit einem trunkenen Schlaflied voller süß einlullender Harfenklänge. Pop als große Geste der Versöhnung trotz aller Melancholie, die diese Platte durchzieht. Am Ende bleibt doch die verführerische Botschaft: Alles wird gut.

Martin Büsser / Intro - Musik & so
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