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Aetas Cineris

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  • Barcode: 4046661293326
  • Genre: Metal
Aetas Cineris

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RECENSIONE
Mit reichlich Verspätung, zum Zeitpunkt der als Appetizer gedachten "Asche EP" war als Release Frühjahr 2012 angepeilt, veröffentlichen AGRYPNIE nun ihr Album "Aetas Cineris" (frei übersetzt Zeitalter der Asche). Aber das lange Warten hat sich mehr als gelohnt, soviel vorab. Die Mannen um Fronter und Songwriter Torsten bleiben auch auf ihrem aktuellen Werk ihrem ausdruckstarken, offenen Avantgarde-Black-Metal-Stil treu, mit progressivem Ansatz, epischen Stimmungen und hypnotischer Wirkung. Dazu gehören die offen gespielten, grandiosen melodischen Riffs, Stakkato-Rhythmen, variantenreiches Schlagzeugspiel, komplexe Songstrukturen, viel Dynamik, Akustikpassagen, charismatischer Kreischgesang, intelligente deutsche Texte sowie die melancholische Grundstimmung und dichte Atmosphäre. Aber das alleine zeichnet AGRYPNIE noch nicht aus, denn Ausnahme-Künstler Torsten geht von Album zu Album einen Schritt weiter, Weiterentwicklung statt Stillstand! So herrschen auf "Aetas Cineris" noch epischere Ausschweifungen, die bereits zuvor eingesetzten Ambient-Sounds wurden ebenfalls weiter ausgebaut, gleiches gilt für den unterstützenden Einsatz der Keyboards, es finden sich noch stärkere Wechsel zwischen krassen Schreien, anklagender Hysterie und zurückhaltendem Flüstern. Und um den Ganzen die Krone aufzusetzen, wurde der progressive Ansatz in Form von vertrackten Rhythmen und umfangreichen Spiel weiter ausgebaut, mehr Dynamik, mehr grandiose Melodien, mehr (Überraschung!) Post Rock. "Aetas Cineris" hat von allem mehr. Dabei gelingt es AGRYPNIE, die in sich so verschiedenen Stilmittel, die unterschiedlichen Elemente, die plötzlichen Wendungen fließend miteinander zu verbinden und zu gestalten, so dass alles natürlich und nicht aufgesetzt wirkt. Und bei aller mittlerweile stärker betonten Progressivität und Abwechslung setzt die Band dennoch auf die richtige Dosis an Wiederholungen, um den Hörer bei aller Spannung nicht zu überfordern, um ein stimmiges Ergebnis zu erzielen. AGRYPNIE ist mit "Aetas Cineris" eine weitere Steigerung gelungen. Ein in sich stimmiges, emotionales Werk, voll tröstender Tristesse, feinem Gespür für großartige Melodien, fesselnden Strukturen, Abwechslungsreichtum, Dynamik und verdammt viel Tiefgang. Der reichhaltige und spannende Klangkosmos hält einige Überraschungen zwischen den Black-Metal-Orkanen bereit. So ist "Aetas Cineris" zu 100% typisch AGRYPNIE, gleichzeitig allerdings mit der richtigen Portion Frische und Weiterentwicklung. Ein von unbedingter Leidenschaft beseeltes Werk! (Metal.de)

Beim Erschaffen epischer Stimmungen sind AGRYPNIE wahre Meister ihres Fachs, und auch das vorliegende Mammutwerk legt wiederholt Zeugnis dafür ab, daß man sich der hypnotischen Wirkung keinesfalls entziehen kann. Der Gesang variiert zwischen zurückhaltendem Flüstern und anklagender Hysterie, die Musik spannt sich von kalt dahinratternden Rhythmen über mittelschnelle Teile bis hin zu stillen, reservierten Sequenzen, die unglaublich natürlich und fließend ineinander übergehen. Durchaus bedient sich die Band des Stilmittels der Wiederholung, doch die Dosis macht s und da beweisen AGRYPNIE trotz der ausladenden Komponierweise ein sehr feines Gespür. Als herrliches Beispiel der Durchmischung hinsichtlich Tempo und Emotion sei hier das packende Stück Dezember angeführt: ein getragener Beginn, dann die aufbrausende Steigerung, eingestreute Doublebasspassagen und schwebende Leichtigkeit, die intensiver Härte gegenüber steht. An Überraschungen sparen die Künstler hier auch nicht, denn auf einen berührenden Akustikteil, der fälschlicherweise das Ende andeutet, folgt eine urplötzliche Tempoattacke. Der Hörer kann sich niemals sicher sein, wohin die Reise geht und das ist wirklich gut so. Die Taktik ändert sich auch beim anschließenden Stück namens Zurück nicht, einen Zacken schneller präsentieren sich die eingeflochtenen Ausbrüche und die Stakkato-Riffs rütteln an deiner Seele sowie deinen Nackenmuskeln. Hintergründig zieht eine Gitarrenlinie ihre Bahn, als abrupt die Stimmung kippt und ein träumerischer Teil die Lautstärke fast bis auf den Nullpunkt zurückfährt. Unmerklich aufbrausend und doch höchst dynamisch stampfen AGRYPNIE dann dem Finale entgegen. Andere Wege beschreitet die Klangcollage Kosmos [Alpha], die zum entspannten Zurücklehnen einlädt, doch trotz der spartanischen Instrumentierung und der Überlänge stimmungsvoll ihren Platz findet. Auf jeden Fall kommt die Doublebass nach über sechs Minuten unerwartet und entfaltet deshalb eine wuchtige Intensität. Diese Wirkung setzt das harte Gnosis fort, hymnische Keyboards im Verbund mit gezogenen Gitarrenleads auffahrend. Herrlich fließende Taktwechsel und ein verträumter Mittelteil sind selbstverständlich neuerlich inbegriffen. Gegen Ende legen sich gekonnt mehrere Klangschichten übereinander, so daß du in einen reichhaltigen Klangkosmos unweigerlich hineingezogen und regelrecht vereinnahmt wirst. Auch weiterhin bestimmen dynamische Strukturen das Bild. Hinzu kommen akustische Ausrufezeichen wie eine versteckt Reiz ausströmende Pianomelodie während des nachdenklich stimmenden Stücks Erwachen. Was passiert, je näher es dem Ende des Liedes zugeht? Richtig, der Klang wird voller, stampfend, wie gemacht um die Fäuste in die Luft zu recken! Noch ausladender gehen AGRYPNIE bei den beiden Abschlußnummern von Aetas Cineris, nämlich Sinnflut und Asche zu Werke. Klangteppiche werden gewoben, Zurückhaltung und Aggression miteinander verbunden, Spannungsbögen gebaut sowie von Stille zerfetzt; das gewohnte Szenario, das zwar bei wiederholtem Einsatz ein wenig vorhersehbar aber um so geschätzter wird. Einfach toll, wenn herzliche Akustikparts den Puls extrem entspannen, um im Nachhinein mit einem Aha-Effekt aufgerüttelt zu werden. Das fulminant eingeleitete Opus Asche setzt einen würdigen Schlußpunkt. Wunderschöne Gitarrenarrangements dominieren, ehe zum großen Finale eine letzte Eruption aus der Zurückhaltung herausbricht. Aetas Cineris ist mit Tiefgang, Dynamik und Überraschungen gesegnet und somit ein variantenreiches Stimmungsalbum, dem man nur allzu leicht verfallen kann, denn spannender kann Musik bzw. Black Metal nicht gespielt werden! (Nocturnalhall.com)

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