The Memphis Years
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Dass man es nicht sehen oder anfassen kann, aber von Zeit zu Zeit schmecken und auf jeden Fall hören, und dass es ganz sicher da ist, auch, wenn er nicht weiß, warum -- so versucht Curlew-Leader George Cartwright in den Linernotes zu umreißen, worum es auf seinem zweiten Solo-Album geht. Nicht um eine bestimmte Schaffensphase in erster Linie, wie es der Albumtitel vielleicht nahelegt, sondern um etwas, für das Memphis in Form bestimmter, wenn auch nicht exakter Charakteristika auch schon vor Elvis stand: diesen ganz speziellen Vibe, den auch Cartwright während seines 5-jährigen Aufenthaltes dort geatmet hat. Und so launig und gleichzeitig sophisticated wie sein Begleittext ist auch die musikalische Umsetzung, die nicht etwa in der Neuinterpretation entsprechend ausgewählter Standards besteht, sondern sich in den Dynamiken der eigenen Kompositionen niederschlägt. Cartwright, beinah eine Kultfigur, bekannt seit '79 vor allem durch seine Band Curlew, der auch u.a. mit Fred Frith, Bill Laswell und John Zorn spielte, ist hier weniger als Saxofonist die zentrale Figur als vielmehr als Komponist. Es gibt einen zweiten Sax-Spieler, Jim Spake, mit dem George sich gern zu lustvollen Zwiestimmigkeiten zwischen Quietschen und lakonisch hustendem Bariton zusammentut und mehr als "Mack The Knife" (dreist!) zitiert. Köstlich auch die freien, Salsa-tonalen Soli des Pianisten Chris Parker und das zischend rumpelnde Spiel von Drummer Doug Garrison. Besondere Attraktion zwischen den semi-improvisierten Kompositionen allerdings sind die sieben Songs, gesungen von der großartigen Amy Denio, getextet von Paul Haines, bekannt vor allem durch Carla Bleys opus magnum Escalator Over The Hill. Intelligent, respektabel, lustvoll und manchmal geradezu gierig -- dafür gibt's ein Wort: Leben. --Rolf Jäger